09.07.2013 – 7 Monate danach

Meine neuen Knie sind jetzt 7 Monate alt. Letztens traf ich mich mit meiner Freundin, die mich einige Male auch mit Shiatsu behandelt hat. Sie ging vor unserem Treffen ein Weilchen unbemerkt hinter mir her und hat mir danach gesagt, dass mein Gang schon recht gut aussieht, und die Knie schon recht „integriert“ sind. Ein Zauberwort: Integration – auch wenn es hier um Knie geht! Da ist was sehr stimmiges dahinter.

Radfahren ist nach wie vor die beste Möglichkeit, etwas zu tun, ohne meine Knie vollends in Rage zu versetzten. Das trifft sich recht gut, denn das tu ich auch gerne, und konditionell bin ich auch wieder fit.

Walken kann ich inzwischen an 2 hintereinanderfolgenden Tagen für jeweils 2 Stunden. Danach geht aber erst mal garnix mehr und ich benötige dann Schmerzmittel. Mit denen muss ich auch viel Geduld haben, denn die Diclofenac wirken erst nach vielen Stunden so richtig gut, und die Tramabene Tropferl, die ich bis vor einiger Zeit als Nothelferlein noch genommen habe, mag ich nicht mehr nehmen, weil dann mein Kreislauf immer verrückt spielt – unangenehm. Aber inzwischen weiss ich das ja alles und kann mich danach richten.

Bis vor kurzem hatte ich noch Stellen, an denen immer mal wieder ein Brennschmerz beim Gehen oder Stiegen steigen auftrat. Mein Masseur hat eine neue Methode ausprobiert mittels Stimmgabel einer bestimmten Tonart. Diese angeschlagen auf den Schmerzpunkt einige Male draufgesetzt – ich schwöre: Schmerz weg! (Kaum zu glauben, gell? Ich würd’s auch nicht glauben…). Dazu sei zu sagen, dass ich dann und wann, speziell beim Stiegen steigen, schon noch Beeinträchtigungen verspüre. Ein leichter Schmerz unter der rechten Kniescheibe ist nach wie vor vorhanden, aber nichts, was mich grob aufregen würde. Direkt auf dem rechten Knie habe ich kreisrunde Erhebung, sieht für mich aus, wie eine partielle Schwellung. Die wird nicht größer und nicht kleiner. Genau dort bin ich auch noch relativ gefühllos auf der Haut.

Können Sie sich, lieber Leser, noch an meine Beugung erinnern?? Jaaaaahaaaa! Mein Reizwort! Vor etwa einem Monat sind wir im Urlaub an mehreren Tagen hintereinander einige Kilometer geradelt. Damit dürfte ich mich am 4. Tag ziemlich überfordert haben, denn ich hab beim Heimfahren geheult, weil ich das Gefühl hatte, dass ich aufgrund der Schmerzen nie mehr nach Hause kommen werde. Natürlich habe ich es dennoch geschafft, allerdings hatte ich große Schmerzen im rechten Knie. Ich hab dann einfach mal für ein paar Tage Ruhe gegeben und wieder Tabletten genommen. Eine Freundin von mir erzählte mir, immer wenn sie nach ihrer KreuzOP durch Überbeanspruchung starke Schmerzen hatte, ist danach was besser geworden. Was soll ich sagen: Bei mir war es genauso. Die Blockade, die die Kapsel im rechten Knie ausgelöst hat, ist weg, und ich kann wieder schmerzfrei beugen wie vor der OP. Die Entzündung ist bald abgeklungen und so leben mein rechtes Knie und ich nun in vollkommener Harmonie. Seither versuche ich, das auch beim linken Knie auszulösen – bis jetzt will es mir nicht gelingen. Geduld war noch nie meine Stärke.

Sollte Ihnen also jemand erzählen, dass die Beugung, die Sie ein paar Wochen nach der OP haben, das Maximum ist, was Sie erreichen werden, lachen Sie ihn mal kräftig aus! Alles ist möglich. Es muss nicht, aber es kann, wie man sieht.

Langsam gewöhne ich mir auch ab, dass ich in Trippelschritte verfalle, wenn es auch nur leicht bergab geht. Reine Kopfsache! Wie immer. Was ich mich noch nicht trauen würde, ist, einen Berg zu erklimmen, oder einen Hügel bergab zu gehen. Da hab ich noch ziemliche Schiss. Ich bin mir sicher, dass das bald auch funktionieren wird, und bin guter Dinge, dass ich im Herbst vielleicht eine kleine „Hügeltour“ machen kann.

Ich bin nach wie vor total positiv gestimmt, es geht immer noch bergauf, es treten immer noch Besserungen ein. Man muss halt auch die ganz kleinen Verbesserungen sehen, und darf nicht immer nur auf den großen Tusch hoffen. Die Ärzte sprachen von einem Jahr. Ein Jahr ist ein Jahr ist ein Jahr und bleibt ein Jahr. Und ein Jahr dauert halt eben! Ich bin höchst zufrieden mit der Entwicklung bisher, und wenn es so weiter geht, bin ich in wenigen Monaten wirklich fitter als Jahre vor der OP, und das ist als großes Geschenk zu sehen.

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