Die Knieoperation – beidseits künstliche Gelenke

Im Dezember also ging es dann ab ins Krankenhaus. Die Aufnahmeuntersuchungen waren ausgesprochen spannend, denn ich stieß dort auf einen Arzt, der mir erklärte, dass er eine Fehlstellung vermutet, der er auf den Grund gehen möchte. Denn wenn sich sein Verdacht bestätigt, wäre es gut, bei der Operation gleich die Fehlstellung zu beheben. Daher wurde zusätzlich zum MRI und Röntgen noch ein CT gemacht, aus dem er ersah, dass die letzten 15 cm meines Oberschenkels verdreht waren. Sehr zu meiner Freude befasste er sich eingehend mit allen Bildern, die er nun so von mir zur Verfügung hatte, unterhielt sich mit mir und erklärte mir sehr viel, unter anderem auch, wie das MRI zu lesen war.

Dann wurde ich auf die Station gebracht, dort hieß es einige Zeit im Gang warten, bis ich ein Zimmer bekam. Was ich da zu sehen bekam, beeindruckte mich gewaltig: Im Minutentakt (und das ist nicht übertrieben!!) marschierten Knie- und Hüftoperierte an der Seite von Physiotherapeuten an mir vorbei. Manche konnten erstaunlich schnell und gut gehen, andere taten sich etwas schwerer – das hing wohl auch damit zusammen, ob man erst vor 2 Tagen seine OP hatte oder bereits vor 8 Tagen… Jedoch, die Anzahl der an mir auf Krücken vorbeistaksenden Menschen faszinierte mich! Es fanden wohl Knie- und HüftOP’s am laufenden Band statt.

Später an diesem Tag hatte ich noch mein Gespräch mit der Anästhesieärztin. Sie schlug mir erwarteter Weise einen Kreuzstich vor, den ich auch haben wollte, jedoch wollte ich von der OP nichts mitbekommen und bat sie daher, mich weg zu sedieren. Sie versprach es. Mein operierender Arzt schaute auch noch vorbei und trug sehr zu meinem Vertrauen in die OP bei.

Am nächsten Tag also war meine Operation, dankenswerter Weise gleich in der Früh, sodass ich wenig Zeit hatte, richtig nervös zu werden. Als man mich holte, ging alles ziemlich schnell, man fuhr mich direttissima in den OP-Saal, und die Anästhesieärztin begann ihr Werk. Der venöse Zugang war schnell gefunden. Leider nicht der arterielle, sie stach 3x am linken Handgelenk und 2x am rechten, und es tat mir da bereits ziemlich weh, sodass ich weinen musste. Von da an weiss ich nichts mehr. Ich gehe davon aus, dass man mir die Aufregung ersparen wollte, und mich ab diesem Zeitpunkt wegsedierte, ich weiss also auch nichts mehr vom Kreuzstich. Da schlummerte ich bereits.

Während der OP hörte ich nur irgendwann aus sehr sehr weiter Entfernung Hammerschläge und erinnerte mich, dass mir ein Bekannter erzählt hatte, dass er diese bei seiner OP gehört hatte und sie da quasi das Titan auf den Oberschenkel schlagen. Dann weiss ich erst wieder, dass meine Naht geklammert wurde, denn das hörte sich ganz genauso an wie der Tacker im Büro und ich dachte noch „super, das erste Mal bekam ich eine normale Naht, das zweite Mal eine Schlingennaht und jetzt die Klammern. Bin schon gespannt, wie weh diese bei der Entfernung tun.“ Von da an war ich wieder bei mir, wurde von der Anästhesieschwester informiert, dass man bald fertig wäre, alles gut verlaufen sei, und ich wurde gleich darauf in die Intensivstation gefahren.

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