Die Vorbereitung zur Operation

Ich bekam Cortison per Spritze verabreicht, um die Schmerzen einzudämmen, was auf der Stelle hervorragend funktionierte, und einen OP-Termin für Dezember – das hieß, ich hatte noch 6 Monate Zeit, mich vorzubereiten, oder meine Entscheidung rückgängig zu machen. Mein Lebensgefährte sah die Notwendigkeit der Operation, nachdem er sich die Diagnose anhörte, ebenso gekommen wie ich. In diesen 6 Monaten konnte ich außer Radfahren nichts mehr machen. Nach 10 Minuten Fussmarsch hatte ich enorme Knieschmerzen, daher war an Bergwandern oder simples spazieren gehen nicht zu denken. Ausflüge waren kaum zu machen, denn überall musste man wenigstens ein kleines bisschen zu Fuss gehen, und das konnte ich nicht. Meine Lebensqualität war stark eingeschränkt und das ließ meinen Entschluss, die Operation über mich ergehen zu lassen, sehr fest werden.

2 Monate vor der Operation begann ich mit meinen ganz eigenen Vorbereitungen für die Zeit der OP und danach. Mein Ziel hieß: POSITIV, POSITIV, POSITIV. Ich suggerierte mir jeden Tag ein, dass alles perfekt verlaufen würde, dass ich nach der Operation kaum Schmerzen haben würde und mit der Zeit der volle Bewegungsumfang möglich sein würde. Wenn mir Menschen meiner Umgebung über den Hintertupfinger Hias und die Birnstingl Kreszenz erzählen wollten, die nach der OP nicht mehr gehen konnten oder eine Entzündung bekamen oder was weiss ich was, habe ich niemanden reden lassen. Ich habe sofort gestoppt und gesagt, wenn sie mir nichts Positives zu erzählen haben, will ich es nicht hören. Das hat zwar einige ein wenig vor den Kopf gestoßen, aber der Zweck heiligte die Mittel.

Weiters war ich bei Shiatsu-Massagen, um meine Nerven zu beruhigen und meine Energiebahnen fließen zu lassen. Und ich sagte mir ständig vor, dass nun alles gut werden würde.

Bald hätt ich es vergessen: 3 Monate vor der OP hörte ich auf zu Rauchen. Das habe ich aus mehreren Gründen gemacht. Erstens wollte ich nicht die ersten Tage nach der OP kaum hatschen können, aber Hauptsache nach unten eine rauchen gehen. Zweitens sind die Ärzte schnell da mit dem Thema „tja, weil Sie rauchen…“! Wenn der Heilungsprozess nicht so toll verlaufen wäre, hätte ich mir nicht sagen lassen wollen, dass beispielsweise die Wundheilung bei einem Rauchen halt wesentlich schlechter ist als bei einem Nichtraucher. Das Rauchen aufzugeben war alles andere als leicht. Dennoch – irgendwie hab ich es geschafft, und diesmal sogar ohne Gewichtszunahme. (Naja, ich war ohnehin schon am Höchststand. Wenn ich da noch was draufgepackt hätte, wäre das nicht gerade prickelnd gewesen.)

Trotzdem – das Wichtigste, glaube ich, war das positive Denken – das ständige Sich-Einreden, dass alles gut werden darf und meine Lebensqualität nach der OP und nach einer gewissen Rekonvaleszenz wieder gewaltig steigen wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s