Die Vorgeschichte zur Knieoperation, II

Dann kam der Tag des Meniskuseinrisses. Nicht, dass ich ihn als solches erkannt hätte! Da das Thema Knie bereits so lange Tradition hatte, ich immer mal wieder hinkte wie Quasimodo und Schmerzen hatte, maß ich den Schmerzen ab Februar 2012 nicht so wahnsinnig viel Bedeutung bei. Dass sie dabei entstanden waren, als ich mich schwungvoll von der Couch erheben wollte, verdrängte ich, denn schließlich waren wir das Wochenende zuvor dauerunterwegs mit Vollbelastung meiner Gelenke, und die Schwellung und Schmerzen würden bestimmt daher stammen. Immer nach ordentlicher Überbelastung kämpfte ich mit Schwellung und Schmerzen – wäre ich da jedes Mal zum Arzt gerannt, na danke!

So hinkte ich den Februar und März durch die Gegend, um mich im April endlich dazu zu entschließen, zum Orthopäden zu gehen, da so gar keine Besserung eintrat. Als Orthopäden suchte ich mir jemanden aus, der in einem Krankenhaus in der Nähe auch operierte. Wenn ich schon operiert werden musste, dann wollte ich zumindest, dass ich den Chirurgen kenne. Der Arzt war mir von Anfang an sympathisch. Er war in meinem Alter (um die Vierzig) – also nicht zu alt, um sich den neuen Methoden zu verschließen und nicht zu jung um keine Erfahrung zu haben, und er konnte sich gut vorstellen, dass man mit Vierzig nicht unbedingt auf funktionierende Beine verzichten möchte. Er schickte mich zu Röntgen und MRI, was die Diagnose dann natürlich bis Mai verzögerte – die Wartezeiten für ein MRI finde ich, gelinde gesagt, eine Frechheit.

4 Monate am Stück Hinken war nun selbst für meine Verhältnisse nicht mehr normal, und so machte ich mich bereits darauf gefasst, dass die Diagnose nicht unbedingt meinen Wünschen und Träumen entsprechen würde, und nahm mir zur mentalen Verstärkung gleich mal meinen Lebensgefährten mit. Wie befürchtet, war zu hören, dass bei meinen Knien eigentlich garnix mehr ging. Es war zwischen Kniescheibe und Knie kein Knorpel mehr vorhanden, auch zwischen Ober- und Unterschenkel war der Knorpel nur noch zu erahnen, die Arthrose hat stark um sich gegriffen und Ober- und Unterschenkel bereits ordentlich angegriffen. Bis hier hin nicht viel neues – das war auch die Diagnose der letzten Untersuchung. Diesmal allerdings bestand irgendwie kein Weg mehr zur Besserung, denn selbst Schmerztabletten halfen nicht mehr. Der Leidensdruck war hoch genug, einer Operation zuzustimmen.

Neu allerdings war der Meniskuseinriss im rechten Knie, der meine Lage natürlich entsprechend verschlimmerte (zugezogen beim oben erwähnten schwungvollen Von-der-Couch-Erheben!). Der Vorschlag des Orthopäden wäre gewesen, die Knieprothese im linken Knie zu installieren und das rechte Knie, das minimal besser aussah als das linke, nur zu arthroskopieren, um den Meniskuseinriss zu beseitigen. Dagegen sprach für mich aber, dass ich in der Zeit nach der Operation natürlich das vermeintlich bessere, rechte Knie wesentlich mehr belasten würde, was unweigerlich wieder zu Schmerzen und Problemen geführt hätte. Also entschied ich mich für Knieprothesen für beide Knie auf einmal. Der Arzt riet ab, ich setzte mich durch – alles andere wäre für mich unvorstellbar gewesen. Ich bekam noch sehr genau erklärt, wie die neuen Kniegelenke aussahen, was genau gemacht werden wird, dass ich 2 Vollprothesen benötigen würde, und dass die OP 3 Monate Krankenstand nach sich ziehen würde.

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